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2014-06-25, 04.49 GMT
Fifa Worldcup 2014: Erneut das Aus in der Vorrunde
Fussball ist einfach. Wenn man an einer WM nicht das ganze Potential auf den Platz bringt, dann verliert man (meistens). Der Squadra Azzurra ist es nur im Spiel gegen England ansatzweise gelungen, das Niveau zu erreichen, das nötig gewesen wäre, um im Turnier gegen die anderen Mannschaften zu bestehen. Im zweiten Match gegen Costa Rica waren wir bereits zu wenig gut, im gestrigen Spiel gegen Uruguay waren wir harmlos. Pirlo offensichtlich müde, Balotelli lustlos, so half am Ende auch ein Gigi Buffon in Höchstform nicht. Es waren keine Reserven mehr da, um auf Widrigkeiten aus italienischer Sicht (wie zBsp. die harte Rote Karte gegen Marchisio oder die ungeahndete Vampir-Attacke von Suárez) reagieren zu können. Unser Ausscheiden ist traurig, aber die logische Folge der nicht gezeigten Leistung.
Mario de Baseggio

2014-03-03, 06.10 GMT
Von Paradiesvögeln, Puppen und Männern in Frack und Zylinder
Am Samstag fand im Kirchgemeindehaus der jährlich Fasnachtsball statt. Sophia konnte bei der Maskenprämierung gemeinsam mit ihrer Freundin Emilia den zweiten Platz erreichen. Die beiden traten als Tucan und Papagei auf und konnten die Jury mit ihrem wilden Tanz überzeugen. Eva und ich waren als Barbie und Ken den ganzen Abend unzertrennlich, während mein Vater Guido in Frack und Zylinder mit Abstand die eleganteste Erscheinung des Anlasses war. Da sich der "Verein Aktives Balgrist" im Sommer auflöst, ist unklar, wo wir im kommenden Jahr fasnachten können. Unser Dank geht jedenfalls an alle Beteiligten für die witzigen Bälle, die wir in den vergangenen Jahren besuchen durften.
Mario de Baseggio

2012-04-08, 05.59 GMT
Game gewordene Philosophie
Am Freitag habe ich das Spiel "Journey" von thatgamecompany in einem Zug durchgespielt. Die gut zwei Stunden waren eine Erfahrung, die ich so in meiner 30-jährigen Gamerlaufbahn noch nie erlebt habe. Das Spiel kann als Sinnbild des Lebens verstanden werden, poetische, stimmungsvolle Sequenzen folgen auf intensive und schwere Augenblicke. Manchmal ist das Vorankommen ein Kampf, manchmal geht es ganz leicht von der Hand. Man versucht ein Ziel zu erreichen, von dem man eigentlich gar nichts weiss. Ein eigenwilliger (sehr gelungener) Einsatz der Multiplayer-Technik, der fantastische Soundtrack und eine atemberaubende Grafik machen dieses Game zu einem spirituellen Kunstwerk.
Mario de Baseggio

2012-03-11, 07.02 GMT
Der Drachen ist tot
Nach knapp zehn Jahren ist die Zeit gekommen, sich von der Domain bravedragon.com zu verabschieden. Ab sofort ist diese Site unter der Adresse baseggio.com zu erreichen. Vielen Dank, mutiger Drachen!
Mario de Baseggio

2010-07-12, 13.48 GMT
Spanien ist Weltmeister
Die Fussballweltmeisterschaft 2010 ist seit gestern Geschichte, Spanien hat sich verdient den Titel geholt. Und für mich ein gebührender Anlass, Rückschau auf die entscheidenen Abschnitte meines bisherigen Lebens zu halten. "Nel mezzo del cammin di nostra vita mi ritrovai per una selva oscura" heisst es bei Dante. Der finstere Wald ist bei mir zwar finster, aber kein Wald. Es ist vielmehr das Fernbedienungsknopfgewirr, das mir visuellen Zugang zum Weltmeisterschaftsturnier gewährte, dessen Verlauf für mich - eben - düster war.
Nach Argentinien '78, Spanien '82, Mexiko '86, Italien '90, USA '94, Frankreich '98, Südkorea/Japan '02 und Deutschland '06 war Südafrika die neunte von mir bewusst verfolgte WM. Wenn mich kein vorzeitiger Tod davon abhält, das Alter der durchschnittlichen Lebenserwartung eines Mitteleuropäers zu erreichen, dann bedeutet das, dass ich etwa neun weitere Turniere vor mir habe.

Dreimal konnte ich bisher restlos mit mir und meiner Existenz zufrieden sein. 1982 und 2006, als die Squadra Azzurra den Titel holte und 2002 mit der Sieg der Seleção. Es kann als meisterhafte taktische Leistung in meiner Lebensplanung angesehen werden, dass ich mit
Eva eine Brasilianerin geheiratet und damit meine Chancen auf einen WM-Sieg faktisch mehr als verdoppelt habe. Wäre ich bereits früher auf diesen Kniff gekommen, dann wäre auch das Endspiel von 1994 eine Win-Win-Situation geworden. So wurde es leider nur eine ärgerliche Niederlage der Italiener. Naja, "wer zu spät kommt, den bestraft das Leben", sagte der Mann mit dem Feuermal auf der Stirn. Ich habe so die Chance vertan, ein viertes Mal in meinem Leben glücklich zu sein.

Wenn man aber bedenkt, dass mit Spanien erst der achte Landesverband überhaupt Weltmeister wurde, dann kann ich mich wahrlich nicht beklagen. Mein Mitgefühl liegt bei allen Menschen in den 200 Ländern, die noch auf den ersten Titel warten. Dass Hoffnung besteht, hat man im diesjährigen Turnier gesehen, die Schweiz hat im ersten Gruppenspiel den späteren Weltmeister Spanien mit eins zu null geschlagen. Alles ist möglich! Ich freue mich nun auf die neun verbleibenden Turniere und hoffe natürlich, dass es mir vergönnt ist, noch zwei, drei Mal Weltmeister zu werden, bevor der Vorhang fällt. Ist das zuviel verlangt?
Mario de Baseggio

2008-06-23, 05.12 GMT
Wir sind draussen, herzliche Gratulation an Spanien!
Nach einem farblosen Auftritt haben wir uns gestern sang-und klanglos aus dem Turnier verabschiedet. Casillas hat zwei Penalties gehalten, Buffon einen. Damit war die Sache erledigt. Es ist der Squadra Azzurra offensichtlich nicht gelungen, die Ausfälle von Cannavaro, Pirlo und Gattuso zu verdauen. Donadoni liess sein Team als Reaktion ausgesprochen defensiv spielen. Man hatte den Eindruck, dass wir von der ersten Minute weg auf das Elfmeterschiessen spekuliert haben. Schade, man hat so aus Angst, ein Tor zu kassieren auch verhindert, eines zu schiessen. Wenn die Zeitungen heute titeln, dass wir "Fussballverweigerer" seien, dann haben sie Recht.
Bleibt noch, den Spaniern zu gratulieren. Wenn wir schon ausscheiden müssen, dann am liebsten gegen sie. Denn ich würde es den Iberern gönnen, wenn sie nach 1964 endlich wieder einmal den Final einer grossen Meisterschaft erreichen und gewinnen könnten.
Mario de Baseggio (quick log entry)

2008-06-10, 05.16 GMT
Null zu drei Niederlage gegen die Niederlande
Gestern hat die Squadra Azzurra die höchste Finalrundenniederlage seit 25 Jahren kassiert: Die niederländische Nationalmannschaft hat es in ausgezeichneter Weise verstanden, Donadonis Team immer genau dann empfindlich zu treffen, wenn gerade so etwas wie Spielfluss am aufkeimen war. Cannavaros verletzungsbedingte Abwesenheit war schmerzlich zu spüren, die Verteidigung, das Fundament des italienischen Spiels, schien geschwächt und unorganisiert. Daraus resultiert ein überforderter Pirlo, der im Mittelfeld nur ungenügend Akzente setzen konnte, was wiederum zur Folge hatte, dass lediglich seltene Einzelaktionen (namentlich von Toni, und später Del Piero und Grosso) so etwas wie Gefahr im orangen Strafraum darstellten. Die Niederländer haben nicht gegen einen schwach spielenden Weltmeister gewonnen, das würde ihrer Leistung nicht gerecht. Sie haben - im Gegenteil - so gut gespielt, dass die Schwächen unserer Mannschaft schonungslos aufgezeigt und auch ausgenutzt wurden. Dafür gebührt dem Team von Marco Van Basten Respekt und Anerkennung. Gratulation!

Dank des Unentschiedens von Frankreich gegen Rumänien kann Italien noch immer aus eigener Kraft die Viertelfinals erreichen. Am Freitag muss allerdings eine Mannschaft auf dem Platz erscheinen, die das Fehlen des Weltfussballers und die erduldete hohe Niederlage nicht nur wegsteckt, sondern daraus die Motivation zieht, zu zeigen, was das Team wirklich zu leisten vermag.
Mario de Baseggio (quick log entry)

2005-09-15, 15.20 GMT
In der Klemme!
Mein Arbeitstag hat heute Morgen abenteuerlich begonnen. Ich habe bei meiner Ankunft im Bürogebäude meine Hand in die sich schliessende Lifttüre gehalten, wie ich es schon 1000 Mal getan habe. Die Türe sollte sich wieder öffnen, damit ich den Aufzug betreten und so mein Büro im 4. Stock erreichen könne.
Aber sie öffnete sich nicht. So stand ich also da, die unangenehm zusammengequetschte Hand in diesem Spalt und überlegte, was zu tun sei. Herausziehen, das ging nicht, weil sich mein Ehering an einer Metallschiene verhakt hatte. Also versuchte ich erst einmal, meine Fingerchen so weit zu krümmen, dass es mit möglichst wenig Verlust eigener Körpersubstanz abgehen würde, sollte sich die Kabine des Aufzugs in Bewegung setzen.
Als nächstes widmete ich mich der eigentlichen Problemlösung. An ein gewaltsames Herausziehen der Hand war nicht zu denken, da liess die insistierend pumpende Hydraulik der Lifttüre keinen Zweifel. Die Knöpfe, mit denen man den Lift bestellt und damit auch die Türen öffnen könnte, waren etwas zu weit entfernt und dazu zu meiner Linken angebracht. Da ich ja mit meiner linken Hand feststeckte, hätte es einer akrobatischen Einlage bedurft um sie zu erreichen. Ich entschloss mich also, auf Hilfe zu warten, zumal die Kabine keine Anstalten machte, sich zu bewegen.
Hilfe kam nach einer guten Minute in der Person meines Arbeitskollegen Harry, den ich allerdings erst von der Ernsthaftigkeit der Situation überzeugen musste. Nachdem mir dies gelungen war, drückte er mit dem Ausdruck ungläubigen Staunens endlich einen der Knöpfe, was mich aus dem Griff dieses «Fahrstuhl des Grauens» befreite.
Was kann man von einer leicht geschwollenen, pulsenden Hand lernen? Ich weiss es nicht. Morgen werde ich in jedem Fall Treppen steigen.
Mario de Baseggio

2004-12-13, 10.19 GMT
de Baseggio versagt auf der ganzen Linie
Ich habe gestern nach 2001 zum zweiten Mal am Zürcher Silvesterlauf teilgenommen. Mit 47min. 15s blieb ich um 4 Sekunden über der vor 3 Jahren gelaufenen Marke.
Natürlich verfehlte ich damit mein erklärtes Ziel, unter 45min. zu bleiben, klar. Grund für den kapitalen Schiffbruch lag in einem taktischen Fehler meinerseits. Drei Mal war es auf der ersten Runde aufgrund der grossen Zahl von Läuferinnen und Läufern zum Stau auf der Strecke und damit zum absolutern Stillstand während mehrerer Sekunden gekommen. Anstatt der anvisierten 11 Minuten absolvierte ich die erste Runde in schlechten 13min. 45s. Ich liess mich leichtsinnigerweise dazu verleiten, den Rückstand auf die Marschtabelle sofort veringern zu wollen, ich rannte Runde zwei in 10 Minuten. Das war eindeutig zu schnell, ich konnte auf den letzten 4 Kilometern nicht mehr zusetzen. Obwohl die Verhältnisse gestern im Vergleich mit 2001 viel besser waren - damals herrschten Temperaturen von minus 14 Grad Celsius - gelang es mir enttäuschenderweise also nicht, mich zu verbessern. Ich werde gewiss versuchen, das mir gesteckte Ziel im kommenden Jahr zu erreichen.
Mario de Baseggio

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