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2010-07-31, 13.47 GMT
Es kann nur... äh, viele geben
Heute besuchten wir mit Andrea und Urs, deren Freunde Claudine, Jeannine und Stefan und den Kindern die Highlandgames in Fehraltdorf. Es handelt sich dabei um eine Art Grümpelturnier, an dem anstelle von Fussball verschiedene traditionelle schottische Sportarten ausgeübt werden. So sahen wir Bogenschiessen, Axtziel-, Baumstammweit- und Steinhochwurf (im Bild). Im Festdorf begegneten wir zahlreichen interessanten und lustigen Personen aus dem Herr-der-Ringe-Universum, aus Braveheart und selbstverständlich aus Highlander. Wirklich beeindruckend, mit wieviel Herzblut die Teilnehmer ihrer Passion frönen.
Mario de Baseggio

2010-07-25, 15.31 GMT
Das Ende einer Auszeit
Heute ist der letzte Tag meines Sabbaticals. Seit dem 1. Mai war ich frei, den Dingen nachzugehen, die mich ausserhalb des Berufs faszinieren.
Ich konnte in dieser Zeit ausgiebig fotografieren, Sport treiben und reisen, darüber hinaus war es mir möglich viel intensiver am Alltagsleben meiner Familie teilzuhaben, als dies der Fall ist, wenn ich im Büro bin. Ich hatte zahlreiche interessante und lustige Begegnungen, etwa mit dem Hochspannungleitungsexperten Kadri aus Prishtina oder dem frustrierten griechischen Bordmechaniker Nikolaos, der seinen Dienst auf einer 60-Meter-Privatyacht versieht. Die Reisen nach Venedig, Frankreich und in die Toscana waren lehr- und erlebnisreich. Ich denke da zum Beispiel an einen Reifenplatzer in the middle of nowhere oder die bewusstseinserweiternde Erfahrung, von der Mutter aller Duschköpfe, einem Bossini Dinamica 14cm, sanft berieselt zu werden.

Ich möchte mich an dieser Stelle bei meinem Arbeitgeber
UBS AG und namentlich bei meinem Chef Felix und meinem Chefchef Martin dafür bedanken, mir diese hervorragende Gelegenheit gegeben zu haben. Ganz besonders verbunden bin ich ausserdem Ursi und Jürgen, die mich während meiner Abwesenheit vertreten haben. Und schliesslich möchte ich noch Eva und Sophia dafür danken, dass sie mich die knapp drei Monate so toll ertragen haben. Ich liebe euch!

Morgen bin ich wieder im Büro und - damit diese Frage auch beantwortet ist - ich freue mich darauf. Ich bin in der glücklichen Situation, dass mir die Arbeit ebensoviel Spass bereitet, wie der private Teil meines Lebens. Deshalb bleibt mein einziges kleines Problem nach wie vor, dass ich für alles, was ich gerne tue, zu wenig Zeit habe. Ist halt alles eine Frage der Balance.
Mario de Baseggio

2010-07-25, 14.32 GMT
Die Fotos sind online
Die Bilder unserer Ligurien- und Toskana-Ferien sind nun online. Ähnlichkeiten mit Bildern der 2009-Toskana-Galerie sind beabsichtigt und nicht zufällig. Am schönsten ist es eben einfach dort, wo es am schönsten ist.
Zur Galerie der Toskana-Bilder
Eva Moehlecke de Baseggio

2010-07-24, 01.24 GMT
Arrivederci Toscana!
Nach exakt 2342,4 teils abenteuerlichen Autokilometern sind wir vor einer knappen Stunde gesund und glücklich aus den Ferien zurückgekehrt. Neun Tage haben wir gemeinsam mit Yvonne und Lúcio die Toscana bereist und dabei auch Ursi und Heinz getroffen.
Mario de Baseggio

2010-07-12, 13.48 GMT
Spanien ist Weltmeister
Die Fussballweltmeisterschaft 2010 ist seit gestern Geschichte, Spanien hat sich verdient den Titel geholt. Und für mich ein gebührender Anlass, Rückschau auf die entscheidenen Abschnitte meines bisherigen Lebens zu halten. "Nel mezzo del cammin di nostra vita mi ritrovai per una selva oscura" heisst es bei Dante. Der finstere Wald ist bei mir zwar finster, aber kein Wald. Es ist vielmehr das Fernbedienungsknopfgewirr, das mir visuellen Zugang zum Weltmeisterschaftsturnier gewährte, dessen Verlauf für mich - eben - düster war.
Nach Argentinien '78, Spanien '82, Mexiko '86, Italien '90, USA '94, Frankreich '98, Südkorea/Japan '02 und Deutschland '06 war Südafrika die neunte von mir bewusst verfolgte WM. Wenn mich kein vorzeitiger Tod davon abhält, das Alter der durchschnittlichen Lebenserwartung eines Mitteleuropäers zu erreichen, dann bedeutet das, dass ich etwa neun weitere Turniere vor mir habe.

Dreimal konnte ich bisher restlos mit mir und meiner Existenz zufrieden sein. 1982 und 2006, als die Squadra Azzurra den Titel holte und 2002 mit der Sieg der Seleção. Es kann als meisterhafte taktische Leistung in meiner Lebensplanung angesehen werden, dass ich mit
Eva eine Brasilianerin geheiratet und damit meine Chancen auf einen WM-Sieg faktisch mehr als verdoppelt habe. Wäre ich bereits früher auf diesen Kniff gekommen, dann wäre auch das Endspiel von 1994 eine Win-Win-Situation geworden. So wurde es leider nur eine ärgerliche Niederlage der Italiener. Naja, "wer zu spät kommt, den bestraft das Leben", sagte der Mann mit dem Feuermal auf der Stirn. Ich habe so die Chance vertan, ein viertes Mal in meinem Leben glücklich zu sein.

Wenn man aber bedenkt, dass mit Spanien erst der achte Landesverband überhaupt Weltmeister wurde, dann kann ich mich wahrlich nicht beklagen. Mein Mitgefühl liegt bei allen Menschen in den 200 Ländern, die noch auf den ersten Titel warten. Dass Hoffnung besteht, hat man im diesjährigen Turnier gesehen, die Schweiz hat im ersten Gruppenspiel den späteren Weltmeister Spanien mit eins zu null geschlagen. Alles ist möglich! Ich freue mich nun auf die neun verbleibenden Turniere und hoffe natürlich, dass es mir vergönnt ist, noch zwei, drei Mal Weltmeister zu werden, bevor der Vorhang fällt. Ist das zuviel verlangt?
Mario de Baseggio

2010-07-07, 22.00 GMT
Persönlicher Weitenrekord!
Beim Grillen hatte ich heute die Gelegenheit, mich in der Disziplin des Wespenweitspuckens zu üben. Es ist mir ein toller Versuch geglückt: Bierflasche ansetzen, ein herzhafter Schluck und warten, bis sich das Tier auf die Zungenmitte bewegt. Dann mit viel Druck die Atemluft durch eine möglichst enge Öffnung der Lippen hindurchpressen, voilà, schon fliegt das Insekt über die Balkonbrüstung. Ich schätze die erreichte Weite auf ungefähr 150cm, kein schlechter Wert zum Saisonbeginn. Und das Beste: Die Wespe ist wohlauf und bei mir war kein Luftröhrenschnitt nötig.
Mario de Baseggio (submitted via e-mail)

2010-07-06, 16.24 GMT
Wie langweilig darf Kunst sein?
Heute morgen besuchten Eva und ich die Ausstellung "[undisclosed] Struth - Fotografien 1978-2010" im Kunsthaus Zürich. Der Deutsche wird auf der Kunsthaus-Website als einer der "weltweit wichtigsten und einflussreichsten Fotokünstler" beschrieben, entsprechend gespannt war ich auf seine Bilder, die offenbar in "Werkgruppen" angeordnet ihre volle Wirkung entfalten. Die Exposition hinterliess bei mir einen zwiespältigen Eindruck. Die Fotografien haben oft ein beeindruckendes Format und sind technisch einwandfrei umgesetzt. (Ausnahme: Ein paar kleinere Bilder waren in den Rahmen etwas wellig aufgezogen, was beim Betrachten von der Seite störte und dazu zwang, genau mittig vor dem Werk zu stehen.) Auch was die Bildaufteilung, die eigentliche Komposition der Fotografien also, angeht, ist unverkennbar ein Könner am Werk. Hingegen blieb ich von den Bildern, ob in Werkgruppen oder für sich betrachtet, seltsam unberührt. Selbst bei den Gruppen, denen eine greifbare Idee zugrunde liegt, zum Beispiel bei den Familienporträts oder den Museumsbesuchern, sprang kein Funke. Ganz zu schweigen von den Strassenbildern, den Blumen oder den Hightech-Sujets, die durchgängig kalt und unnahbar bleiben. Für mich waren die gezeigten Bilder Struths zu wenig spektakulär im eigentlichen Sinn. Die internationale Museums- und Sammler-Community kann nicht irren, es ist also gewiss so, dass ich das Œuvre des [undisclosed] Struth schlicht nicht verstehe und die Ausstellung für mich deshalb über weite Strecken einfach nur langweilig war.
Mario de Baseggio

2010-07-05, 10.12 GMT
Bilder aus dem Norden
Eine Woche nach unserer Rückkehr aus Frankreich sind nun auch die Bilder online verfügbar.
Zur Galerie "Normandie, Bretagne and Disneyland Paris 2010"
Mario de Baseggio

2010-07-04, 09.41 GMT
Ein grossartiger Fussballnachmittag!
Mit dem ärgerlichen Aus der Brasilianischen Nationalmannschaft gegen die Niederlande ist für unsere Familie die letzte Möglichkeit auf den zehnten WM-Titel entschwunden. Trotzdem verfolgen wir die WM natürlich weiter engagiert. Das Weltmeisterschaftsspiel Deutschland-Argentinien konnten wir gestern in toller Gesellschaft bei uns im Garten geniessen. Mein Studienfreund Gregor und seine Frau Katja waren samt Töchtern gekommen, die deutsche Elf gebührend anzufeuern - Katja stammt ja aus Thüringen. Auch Andrea und Urs (mit Eltern und Kids) fieberten mit, genauso wie eine weitere Nachbarin, Frau B., ebenfalls deutschstämmig. Klar, dass wir alle mit dem 4:0-Sieg Deutschlands hochzufrieden waren. Kurz nach acht Uhr kam es noch zu einem weiteren kleinen Highlight auf dem Bonzenhügel, als wir einen Teil des Programms der Patrouille Suisse mitverfolgen konnten, das sie anlässlich des Zürifäschts bot. Trotz eingeschränkten Sichtfeldes ein eindrückliches Erlebnis, nicht zuletzt wegen des Sounds.
Mario de Baseggio

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